Wenn man zu alt wird…

Obwohl mich die meisten wohl als „jung“ einordnen würden, fühle ich mich nicht erst seit Kurzem zu alt für verschiedene Dinge. Snapchat zum Beispiel. Oder bauchfreie T-Shirts. Auch wenn andere in meinem Alter das noch mitmachen und ich das nicht schlimm finde – ganz im Gegenteil – stößt die Vorstellung, das könnte ich sein, bei mir dennoch auf Ablehnung.

Dass dieses Gefühl allerdings auch bei Büchern – sogar bei meinen Lieblingsbüchern! – der Fall sein könnte, hätte ich mir nie vorstellen können. Gestern ist es dann aber doch passiert. Eine Neuerscheinung? Von einer meiner Lieblingsautorinnen? Eigentlich für mich keine ernsthafte Frage, normalerweise wäre es sofort in mein Regal eingezogen. Und doch… Wenn man zu alt wird… weiterlesen

(Review) Meine geniale Freundin von Elena Ferrante

Manchmal ist es nur ein kurzer Sprung von einem Artikel im Spiegel zu einem neuen Lieblingsbuch in meiner Sammlung. Vor etwas mehr als einer Woche las ich das Interview von Klaus Brinkbäumer mit der mysteriösen Elena Ferrante. Ich hatte vorher noch nie von ihr gehört, nicht von ihrer Person, von ihren Werken oder dem inzwischen allgegenwärtigen #FerranteFever.

Elena Ferrante gilt zur Zeit als DAS Mysterium in Literaturkreisen. Niemand weiß, wer sie wirklich ist, wo sie wohnt, was sie tut. Sie macht keine Lesungen, keine Autogrammstunden, gibt nur selten Interviews. Das mit dem Spiegel lief schriftlich, Brinkbäumer musste die Fragen einschicken und bekam einen Teil davon beantwortet zurück. Vielleicht ist sie gerade auch deshalb so erfolgreich, weil sie mit ihrem Erfolg persönlich nichts zu tun haben will.

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Neugierig las ich also das Interview und wurde immer mehr beeindruckt von der Autorin, (Review) Meine geniale Freundin von Elena Ferrante weiterlesen

(#jdtb16) Meine Taschenbücher im August

In diesem Monat habe ich mir einen lang gehegten Wunsch erfüllt und mir eine Trilogie gekauft, die schon seit langem ganz oben auf meiner Liste stand: Die Alchimistin 1-3 von Kai Meyer. Mehr dazu unten. Außerdem hat es noch eine weitere Trilogie in meinen Monat geschafft, hier allerdings als Sammelband: Die Neuromancer-Trilogie von William Gibson.

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Diese Ausgabe habe ich auch zu Hause… Aber irgendwie erst durch die Neuauflage konnte ich mich für das Buch begeistern.

Die Alchimistin 1-3 von Kai Meyer

Diese Trilogie musste erst neu als Taschenbuch aufgelegt werden, damit sie den Weg in mein Bücherregal fand. So ganz weiß ich auch noch nicht, warum ich so lange damit gewartet habe, diese Bücher zu lesen, da ich sonst nie zögere, wenn ich einen Meyer vor mir sehe! Nun aber also doch. Ich bin aktuell bei Band 2 und recht begeistert bisher🙂 (#jdtb16) Meine Taschenbücher im August weiterlesen

(Review) In einem anderen Land von Ernest Hemingway

Einen größeren Gegensatz könnte es wohl zwischen der Handlung einer Geschichte und dem Ort, an dem sie gelesen wurde, nicht geben. In einem anderen Land von Ernest Hemingway beschreibt den Kriegsalltag im ersten Weltkrieg an der umkämpften Grenze zwischen Italien und Österreich. Dementsprechend brutal waren die Erfahrungen, die die Figuren in der Geschichte machen mussten, während ich das Wochenende in einem kleinen Örtchen im Odenwald verbrachte, mit den wohl friedlichsten Menschen, die ich kenne. Die einzige Gemeinsamkeit war der strömende Regen.

Hemingway griff beim Schreiben dieser Geschichte auf seine persönlichen Erfahrungen als Freiwilliger des Roten Kreuzes an der italienischen Front zurück. Ich kann mir nur begrenzt vorstellen, was der 18 Jahre junge Hemingway dort alles erleben muss, durch die Geschichte bekommt man allerdings einen recht guten Eindruck davon. (Review) In einem anderen Land von Ernest Hemingway weiterlesen

(Review) Der Wüstenplanet von Frank Herbert

Seit meiner Kindheit übt diese Geschichte eine gewisse Anziehungskraft aus. Mein Vater hat mindestens einmal im Jahr die DVD heraus geholt, die Lautstärke der Stereoanlage auf Maximum gestellt und so die Würmer in unser Wohnzimmer gelockt. DUNE – wie der Film im Original heißt – klang für mich immer nach einem Meisterwerk von Film- und Erzähltechnik.

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Dachbodenfund: Der Wüstenplanet 1-5

Vor einigen Monaten habe ich dann auf dem Dachboden alle 5 Teile des Wüstenplanets gefunden und ich hatte mich schon auf das Lesen gefreut, doch aus irgendeinem Grund (*böse zu meinen Eltern rüberschiel*) fehlen im ersten Band 80 Seiten :0 Deshalb war es Zeit für meine eigene Ausgabe.

Arrakis – der Wüstenplanet – ist von Außen betrachtet ein ziemlich trostloser Ort. Nahezu vollständig von Sand bedeckt, von riesigen gefräßigen Würmern bewohnt und somit nicht unbedingt der lebensfreundlichste Ort, wird er für Herzog Leto Atreides und seiner Familie und dem herzoglichen Haus zur neuen ungewöhnlichen Heimat. (Review) Der Wüstenplanet von Frank Herbert weiterlesen

(#jdtb16) Meine Taschenbücher im Juli

Dieser Monat wurde durch viele Reisen ausgezeichnet, durch viel Zeit zu lesen, aber wenig Lust zu kaufen. Deshalb steht auf meiner Liste auch nur ein Taschenbuch-Roman, zusammen mit zwei Sach-Comics, die ich schon seit längerem im Blick habe und die jetzt endlich mir gehören😉

Jasper Fforde – Der Fall Jane Eyre (Thursday Next 1)

Dieses Buch habe ich aus einem dunklen Winkel in der Buchhandlung ausgegraben. Es ist so abgedreht wie verwirrend und hat einfach nur Spaß gemacht. Und ich habe gehört, es soll davon noch mehr geben… Mehr dazu gibts hier in der Review. (#jdtb16) Meine Taschenbücher im Juli weiterlesen

Kopf leicht, Kopf schwer

Die Arbeit an meinen Geschichten vergleiche ich oft mit einem Tauchgang. Der Anfang ist leicht, ich springe ins Wasser, fühle mich lebendig mit meinen neuen Figuren, tauche ein, alles ist ganz einfach.

Auch das tiefer Tauchen geht leicht von der Hand. Ich möchte mehr über meine Figuren erfahren, genieße die Umgebung, die Stimmung, das Gefühl auf die Unterwasserlandschaft von oben draufschauen zu können, alles im Blick zu haben, ohne mich um die Details kümmern zu müssen. Mein Kopf ist in solchen Momenten so schwer vor Ideen, dass das Absinken ganz schnell geht und ich mich in meinen Geschichten realer fühle als in der Realität. Kopf leicht, Kopf schwer weiterlesen

(Review) Der Fall Jane Eyre von Jasper Fforde

Nun endlich, nach langem Aufschrieben, kommt die Review zu diesem wirklich kurzweiligen Buch:

Englische Ausgabe - Cover von Goodreads
Englische Ausgabe – Cover von Goodreads

Ich habe das Buch nichts Böses ahnend gefunden, als ich mich in den hintersten Ecken der Buchhandlung rumgetrieben habe… Dort, wo nur die hingehen, die wirklich ein ganz bestimmtes Fantasy-Buch suchen – oder die einfach zu viel Zeit haben, wie ich gerade. Bekommen habe ich eine unglaublich verrückte, verschrobene Geschichte, die ich so wirklich nicht erwartet hatte. Beginnen wir aber von vorne:

Wir schreiben das Jahr 1985. England liegt seit vielen Jahrzehnten im Kleinkrieg mit dem zaristischen Russland, Wales hat seine Unabhängigkeit geklärt und die Grenze dicht gemacht, und quer über die britische Insel tuckern Zeppeline, um die größeren Städte zu verbinden.

(Review) Der Fall Jane Eyre von Jasper Fforde weiterlesen

(Review) Die längste Nacht von Isabel Abedi

28698011Zunächst einmal vorweg, ich bin ein riesiger Abedi-Fan. Besonders ihr Buch „Isola“ hat es mir angetan, ich habe es inzwischen bestimmt schon über zehn Mal gelesen und es fasziniert mich noch immer. Ich halte es für eins der besten Bücher in meinem Regal. An diesem Anspruch müssen sich dann aber auch neue Bücher von Abedi messen.

„Die längste Nacht“ spielt in Italien, genauer gesagt handelt es von einem Roadtrip dreier Freunde, der irgendwie in Italien hängen bleibt. Vita, die Ich-Erzählerin, ist unterwegs mit Trixie und Danilo. Die haben beide ihre Liebenswürdigen Macken: Danilo ist Hobby-Cello-Spieler und steht außerdem auf Meditation und Yoga, Trixie ist aufbrausend und wild, aber eine super Freundin, am auffälligsten finde ich allerdings Vitas Vorliebe für Stairway to Heaven von Led Zeppelin. (Review) Die längste Nacht von Isabel Abedi weiterlesen

(Review) Unterwerfung von Michel Houellebecq

23929506Irgendwie habe ich mir dieses Buch ein wenig anderes vorgestellt, dieses wohl meistdiskutierteste Buch im Jahr 2015. Ich hatte gedacht, es wäre analystischer, vielleicht empörter, doch damit lag ich weit daneben, was das Buch nicht unbedingt schlechter macht.

Beschrieben wird der Sieg einer islamischen Partei im Jahre 2022, allerdings in einer Koalition mit den zwei anderen etablierten französischen Parteien, um einen Sieg des Front National zu verhindern. Diese Entwicklung trifft den Hauptcharakter Francois unerwartet. Er hatte sich vorher nicht sonders für Politik interessiert und wirkt für mich nun etwas erstaunt darüber, was eine einfache Wahl in seinem Leben von Heute auf Morgen bewirken kann. (Review) Unterwerfung von Michel Houellebecq weiterlesen