Mensch – Android (Teil 2: Bewusstsein)

Manche bezeichnen das Bewusstsein als letzten Unterschied zwischen Mensch und Maschine, beziehungsweise zwischen stumpfer Maschine und künstlicher Intelligenz. Vielleicht ist das Bewusstsein ja auch die Seele, die uns als Lebewesen, als Mensch ausmacht?

Kann eine Maschine ein Bewusstsein entwickeln?

Gehen wir zunächst von einer körperlosen Maschine aus. Sie ist ein Programm, eingebettet in ein System von Aktion und Reaktion, das Daten (in Nullen und Einsen), also elektrische Impulse verwaltet. Selbst wenn die Maschine Zugang zu Video-Kameras, Mikrofonen, Sensoren hätte, mit denen sie theoretisch die Außenwelt wahrnehmen könnte, so hätte sie dennoch keine physischen Teile, um mit der Außenwelt zu interagieren. Auch wenn sie über Text/Sprache direkt mit Menschen kommunizieren würde, kommen bei ihr nur Daten an. Für die Maschine ist es nur eine Reaktion auf eine Impulsabfolge. Es gibt nichts, das für sie erfahrbar ist, das außerhalb ihres „Selbst“ liegt. Wenn es keine Trennung zwischen „Ich“ und „nicht-Ich“ gibt, kann sie dann überhaupt ein Selbst-Bewusstsein entwickeln?

Bei Maschinen mit Körpern könnte das etwas anderes sein.Weiterlesen »

Mensch – Android (Teil 1: Blade Runner)

Nachdem ich nun meine Leseliste endlich vollständig habe, mache ich mir zur Zeit über Vieles Gedanken. Was macht eine KI aus? Welche verschiedenen Arten gibt es in der Literatur? Und was unterscheidet eine KI eigentlich von einem Menschen?

Besonders zur letzten Frage gibt es in den Science Fiction Geschichten viele Ansichten und Antworten. Ein bekanntes Beispiel dafür ist „Do Androids Dream of Electric Sheep?“ (auf deutsch: „Träumen Androiden von elektrischen Schafen?“), ein Buch von Philip K. Dick, das unter dem Titel Blade Runner sehr erfolgreich verfilmt wurde.

In dem Buch geht es um Rick Deckard, einen Kopfgeldjäger, der den Auftrag bekommt, entflohene Androiden in der Stadt zu finden. Allerdings sind die Androiden so weit entwickelt, dass es quasi keine sichtbaren Unterschiede zwischen ihnen und „biologischen“ Menschen gibt, nichtmal wenn man sie tötet, kann man sich sicher sein, denn auch ihr Innenleben wurde dem Vorbild genau nachgebildet. Um nun aber entscheiden zu können, ob vor Deckard ein Mensch oder ein Androide steht, gibt es den sogenannten Voigt-Kampff-Test. Dieser testet verschiedene emotionale Reaktionen der Person auf hypothetische Situationen. Deckard liest eine Beschreibung dieser Reaktion vor und misst die Reaktionen über „Blutdruck, Atemfrequenz, Erröten und Augenbewegungen“ (Wikipedia) sowie die zeitliche Verzögerung der Wertveränderungen. Weiterlesen »

Künstliche Intelligenz – Master Thesis 0.1

Hallo meine Lieben (und frohes neues Jahr noch euch allen :D),

über die Semesterferien habe ich mich ein wenig zurückgezogen (ja, die Mannheimer Semesterzeiten ^^) und Kraft getankt, sodass ich jetzt super motiviert ins neue Semester starten kann. Im Blog und auf Twitter hatte ich ja bereits hier und dort angemerkt, dass es in nächster Zeit vermehrt Beiträge über Künstliche Intelligenz geben könnte, und naja, hier kommt der erste davon.

Vor den Feiertagen habe ich mein Thema für die Master Thesis mit meinem Betreuer abgesprochen und ich bin schon super aufgeregt und freue mich auf die Arbeit. Na, seid ihr auch schon neugierig? Es wird konkret um die Darstellung von Künstlichen Intelligenzen in Science Fiction Literatur gehen, mit einem Fokus auf die Beschreibung von Geschlecht sowie dem dargestellten Machtverhältnis und Selbstverständnis der KI. Dafür werde ich in einer breiten Auswahl SciFi-Bücher von den 60ern bis heute untersuchen und versuchen, Zusammenhänge zwischen den genannten Beschreibungen zu finden.

Klingt erstmal sehr theoretisch? Wie wäre es mit ein paar Beispielen: Wenn uns eine virtuelle Persönlichkeit begegnet, erscheint sie uns männlich oder weiblich? Und woran machen wir das fest? Meist haben diese „Persönlichkeiten“ Interaktionsmöglichkeiten wie Stimme oder eine grafische Erscheinung. Wenn wir an Siri, Alexa, Cortana und Co. denken, stellen wir fest, dass diese Stimmen meist weiblich erscheinenn. Doch woran liegt das?Weiterlesen »