(Review) Six of Crows von Leigh Bardugo

Eine spannende Mischung aus „Oceans Eleven“ und klassischer Fantasy, so habe ich den Inhalt des Buches beschrieben, wenn mich in den letzten Wochen jemand gefragt hat, um was es in dem Buch geht. Und genau diese Mischung war es, die mich neugierig auf die Geschichte gemacht hat. Was ja bei Richard Schwartz mit der Mischung aus Krimi und Fantasy auch schon geklappt hat, könnte hier mit sechs Schurken, die in ein Hochsicherheitsgefängnis einbrechen wollen, ebenfalls sehr gut funktionieren.

Zunächst tat ich mir ein wenig schwer damit, in die Geschichte rein zu kommen. Ich habe das Buch öfter zur Seite gelegt, andere Bücher zwischendurch gelesen, aber je weiter ich kam, desto seltener wollte ich es aus der Hand legen. Das könnte einerseits daran liegen, dass ich erst wieder in die englische Sprache reinkommen musste, andererseits an den vielen Namen und Wörtern, die die Autorin für die Völker, Länder, Menschen und Bräuche in ihrer Welt erfindet. Ich habe ein wenig gebraucht, bevor ich die fremden Wörter zuordnen und in Beziehung setzen konnte, aber je vertrauter sie wurden, desto besser gefielen sie mir. Im Nachhinein bin ich wirklich beeindruckt von Bardugos Fähigkeit, die Welt beispielsweise des nordischen Volkes so plastisch zu betiteln, dass ich es ihr ohne zu zögern für real abgekauft hätte.

Was mir ebenso gefallen hat: Magie spielt in der Geschichte zwar eine Rolle, im Auslösen der Handlung sogar eine sehr zentrale, aber sie ist nicht das Allheilmittel für jede Situation. Tatsächlich wird sie sogar sehr selten dazu genutzt, um die Charaktere aus einer misslichen Lage zu bringen, und wenn, dann gelingt ihnen das nur mit größter Anstrengung. Viel wichtiger für ihre Rettung sind die Einfälle und Ideen, der Zusammenhalt und das Vertrauen innerhalb der Gruppe. Jeder der sechs Mitglieder des Vorhabens muss alles in die Waagschale werfen, damit es überhaupt eine geringe Chance auf Erfolg gibt. Es hat sehr viel Spaß gemacht, die Charaktere kennen zu lernen, die jeder für sich oft für Überraschungen auch aus ihrer Vergangenheit gut sind. Die Mischung zwischen der Beschreibung von aktuellem Geschehen und Vergangenheit fand ich sehr angenehm und hat dazu geführt, dass man die sechs Kriminelle trotz zahlreicher Verfehlungen schnell ins Herz geschlossen hat.

Der zweite Teil hat auf Goodreads sogar noch bessere Bewertungen als der erste!

Zwei Daumen hoch gibt’s auch dafür, dass die Charaktere erfrischend anders auftreten: Erstens sind zwei starke Frauen Bestandteil des Teams und immer wieder wichtig und unabdingbar für das Vorhaben. Zweitens ist Liebe kein Ponyhof und schon gar nicht auf die Beziehung zwischen Mann und Frau beschränkt. Und drittens repräsentieren die verschiedenen Völker in Bardugos Welt alle möglichen Erscheinungsformen des Menschen, sodass ein dunkelhäutiges Mädchen eine geisterhafte Spionin darstellt, ohne dass es groß auffallen oder zu oft erwähnt werden würde.

Jetzt bleibt mir nichts anderes, als den zweiten Teil zu bestellen (bei dem Ende! oO) und verärgert festzustellen, dass meine letzte Buchbesprechung mit Caraval aus dem März ist… Ich hoffe, das wird in Zukunft wieder besser! 🙂

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