(Review) Caraval von Stephanie Garber

Sobald ich irgendwo gelesen hatte, dass dieses Buch mit dem „Nachtzirkus“ von Erin Morgenstern vergleichbar sein soll, war es um mich geschehen. Kein anderes Buch hat es jemals wieder geschafft, mich bis in die frühen Morgenstunden so zu fesseln, dass ich zuerst die letzte Seite lesen musste, bevor ich schlafen konnte. Und nun also Caraval.

Das Geschichte entführt uns Leser sowie die Protagonistin auf eine ferne Insel, die hinter jeder Ecke Unglaubliches verspricht. Tatsächlich ist der Handlungsentwurf mit dem Nachtzirkus vergleichbar. Alles, was in Caraval geschieht, scheint nur zum Vergnügen der Besucher zu sein. Doch anders als im Traumzirkus basieren diese Illusionen nicht auf Magie und Visionen, sondern auf dem Mitwirken von Schauspielern vor einer mitreißenden Kulisse.

Natürlich gibt es auch in Caraval Magie, die sich aber vor allem auf farbwechselndes Briefpapier und ein störrisches Kleid, das jeden Moment von wunderschön zu wirklich unpassend wechseln kann (wenn es denn gerade Lust hat). Die restlichen angesprochenen Zauber und magischen Momente sind entweder nebensächliche Spielereien oder bleiben unbeobachtet im Hintergrund.

Eines meiner absoluten Lieblingsbücher: Der Nachtzirkus von Erin Morgenstern

Der Fokus liegt in Caraval viel mehr auf der psychologischen Ebene: Wer sind die Personen, die mir begegnen, wirklich? Sind sie Schauspieler oder Teilnehmer, sind sie ehrlich oder spielen sie nur ihre Rolle? Was führen sie im Schilde, wem kann ich trauen? Genau in diesen Fragen liegt die Spannung der Geschichte. Nicht alles ist nur schwarz und weiß, und manche Figur erscheint in der Nacht ganz anders als im Licht des Tages. Zusammen mit Scarlett muss man sich als Leser immer wieder auf neue Informationen und Situationen einstellen und abwägen, wem man was zutraut. Dabei waren für mich manche Wandlungen absehbar, manche aber auch echt überraschend, was die Geschichte noch unterhaltsamer werden ließ. Ich konnte Scarletts Wandlung von der protektiven, älteren Schwester zu einer selbstbewussten Frau, die sich endlich selbst etwas traut, gut nachvollziehen, genauso wie die Liebesgeschichte, die hier (im Gegensatz zu manch anderen YA-Romanen) nicht all zu sehr konstruiert wirkt.

Wirklich gut gefallen hat mir die Prämisse, die Gefühle der Protagonistin mit Farben zu beschreiben. Das habe ich bisher noch nicht in einer Geschichte gelesen und es hat mich beeindruckt, wie konsequent die Autorin dies im ganzen Buch durchgehalten hat. Meiner Meinung nach hätte die Autorin dafür ein wenig an den Beschreibungen der pompösen Kleider sparen und ein wenig mehr Tiefe und Vielschichtigkeit in die Handlung bringen können, doch das ist vielleicht auch Jammern auf hohem Niveau. Mit dem vielschichtigen und grandiosen Nachtzirkus von Erin Morgenstern hatte die Geschichte aber auch einen hochrangigen Vergleichspartner.

Klappentext:

Whatever you’ve heard about Caraval, it doesn’t compare to the reality. It’s more than just a game or a performance. It’s the closest you’ll ever find to magic in this world . . .

Welcome, welcome to Caraval―Stephanie Garber’s sweeping tale of two sisters who escape their ruthless father when they enter the dangerous intrigue of a legendary game.

Scarlett has never left the tiny island where she and her beloved sister, Tella, live with their powerful, and cruel, father. Now Scarlett’s father has arranged a marriage for her, and Scarlett thinks her dreams of seeing Caraval, the far-away, once-a-year performance where the audience participates in the show, are over.

But this year, Scarlett’s long-dreamt of invitation finally arrives. With the help of a mysterious sailor, Tella whisks Scarlett away to the show. Only, as soon as they arrive, Tella is kidnapped by Caraval’s mastermind organizer, Legend. It turns out that this season’s Caraval revolves around Tella, and whoever finds her first is the winner.

Scarlett has been told that everything that happens during Caraval is only an elaborate performance. But she nevertheless becomes enmeshed in a game of love, heartbreak, and magic with the other players in the game. And whether Caraval is real or not, she must find Tella before the five nights of the game are over, a dangerous domino effect of consequences is set off, and her sister disappears forever.

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