(Review) Weiße Magie – mordsgünstig von Steve Hockensmith

Rasant – schräg – charmant – mordskomisch

24861494So wird dieses Buch unter dem Klappentext beschrieben. Klingt gut, dachte ich und kaufte das Buch. Warum mich diese Geschichte mich dann doch nicht überzeugen konnte und in meinen Augen auch nicht hielt, was der Klappentext versprach, werde ich euch nun erklären.

Klappentext von Goodreads:

Als Alanis McLachlan erfährt, dass ihre Mutter ermordet wurde, hat sie sie seit 20 Jahren nicht mehr gesehen. Ihr seltsames Erbe: ein kleiner Laden für okkulten Bedarf in Arizona. Das lässt nichts Gutes vermuten – denn Alanis‘ Mutter war eine Trickbetrügerin mit zweifelhafter Karriere. Offenbar war ihre neueste Masche das Tarotkartenlegen. Wurde sie von einem betrogenen Kunden umgebracht? Alanis beschließt, ihr Erbe anzutreten, und übernimmt mit Hilfe eines Tarot-Handbuchs das Kartenlegen selbst. In der Hoffnung, dass der Mörder an den Schauplatz seiner Tat zurückkehrt …

Rasant – Mit einem Kriminalroman hat Weiße Magie – mordsgünstig nur den Mord am Anfang und den Mörder am Ende gemeinsam. Dazwischen habe ich den Krimi vergeblich gesucht. Die Handlung dümpelt vor sich hin und die Protagonistin versucht zwar manchmal im Ansatz nach Hinweisen zu suchen, kann aber den Kreis der Verdächtigen nicht verkleinern. Die einzigen Hinweise bekommt sie praktisch auf dem Präsentierteller, das gehört für mich nicht in einen Krimi!

Schräg – … ist in dieser Geschichte zwar einiges, aber nicht alles ist dabei gelungen. Die Figuren schillern bunt, beispielsweise ist die Vergangenheit von Alanis gut durchdacht (wie wächst man denn als Tochter einer Trickbetrügerin auf?), doch der Rest wirkt eher gezwungen schräg als natürlich gewachsen. Wenn ich da beispielsweise an die Bücher von Ben Aaronovitch denke oder an die Reihe von Jasper Fforde, so ist es diesen Autoren bei Weitem besser gelungen, überraschende Wendungen und ausgefallene Charaktere zu entwerfen.

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Dieses Buch habe ich zusammen mit dem zweiten Teil der Thursday-Next-Reihe von Jasper Fforde und „Ensel und Krete“ von Walter Moers gekauft. Alles in allem wunderbar verrückte Fantasy!

Charmant – Abgesehen davon könnte das Buch ja trotzdem ein gutes Buch sein, wenn die Charaktere interessant und liebenswürdig gebaut und die Beziehungen spannend verwickelt wären. Doch auch hier sind mir Schwächen aufgefallen. Das beginnt bei Alanis, der Protagonistin, die, wie schon gesagt, eine durchaus spannende Vergangenheit hat. Doch daraus entwickelt sich kein roter Faden. Sie wurstelt sich mal so, mal so durchs Leben, mal mag sie ihre Mutter irgendwie, mal verabscheut sie abgrundtief. Das führt dazu, dass viele ihrer Reaktionen für mich nicht nachvollziehbar waren. Will sie nun den Mörder finden? Will sie sich rächen oder sich doch eher bei ihm für den Mord bedanken? Will sie die Opfer ihrer Mutter entschädigen – oder doch nicht, weil sie Arschlöcher sind? Diese Inkonsequenz ist mir an mehreren Stellen auch bei den anderen Figuren aufgefallen, das macht es nicht einfach, sich mit den Charakteren voll und ganz zu identifizieren.

Mordskomisch – Humor ist letztendlich immer Ansichtssache, deshalb will ich darüber nicht so viele Worte verlieren. Aber da ich beispielsweise die echt verrückten Bücher von Ben Aaronovitch, Jasper Fforde und Walter Moers liebe, die wirklich auf jeder Seite mit urkomischen und schrägen Ideen aufwarten, konnte mich Weiße Magie – mordsgünstig hier nicht überzeugen.

Zum zweiten Teil dieser Geschichte von Steve Hockensmith werde ich wohl daher nicht mehr greifen. Die Story und die Charaktere waren mir einfach zu wenig ausgereift, zu wenig durchdacht, um eine Besserung im zweiten Teil zu versprechen. Für Interessierte würde ich generell eher die Buchreihen der eben genannten Autoren empfehlen, die bei mir ganz vorne im Bücherregal stehen 😉

Wie seht ihr das? Habt ihr das Buch auch gelesen?

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