(Review) Die Geschichte eines neuen Namens von Elena Ferrante

Auch wenn, wie ich gelesen habe, manche schon genug von dem Hype um Elena Ferrante haben, möchte ich trotzdem mit euch meine Begeisterung über diese Geschichte teilen. Den ersten Teil habe ich ja mit Begeisterung verschlungen, nun folgt schon der nächste Teil der neapolitanischen Saga um Lenú und Lina von Elena Ferrante. Er knüpft nahtlos an den vorherigen Band an und beginnt dort, wo der andere aufgehört hat: Bei Linas Hochzeit. Sie scheint am Gipfel alles Erreichbaren angekommen zu sein, doch im selben Moment merkt sie, wie ihr Glück in sich zusammenfällt. Wir Leser begleiten Elena dabei, wie sie das Schicksal ihrer Freundin verfolgt, mal ganz nah, mal aus einer großen Entfernung heraus. Egal wie sehr sich Elena anstrengt und versucht, von Neapel, vom Rione und von Lina wegzukommen: Die Freundschaft verfolgt sie nach und lässt sie nicht wirklich los.

Eine Verknüpfung der beiden stellen die Schreibhefte aus der Metallbüchse dar, von der Elena ganz zu Beginn des Buchs schreibt. Lina hat über die Jahre hinweg viel aufgeschrieben, reflektiert, experimentiert und dies in ihren Heften festgehalten. Elena wird diese Hefte erst später von ihrer Freundin bekommen, doch im Rückblick ermöglichen sie ihr einen Einblick in Linas Gedanken- und Gefühlswelt. Mir hat dieser Kniff sehr gut gefallen, da Elena immer wieder ihre eigenen Handlungen und Gefühle reflektiert und sich auch ab und zu eingestehen muss, dass sie mit ihren Gedanken und Vermutungen über ihre Freundin im Falschen lag.

Die Geschichte eines neuen Namens ist dabei nicht an einen bestimmten Namen gebunden. Natürlich würde man davon ausgehen, dass Linas Heirat und der damit verbundene Nachnamenswechsel eine Rolle spielt. Doch man merkt irgendwie, dass sich Lina durch diesen Namen nichts aufzwingen lassen will. Denn auch andere Figuren der Geschichte wachsen aus ihrem Namen heraus, wandeln sich, erfinden sich neu. Nicht zuletzt ist mir das bei Elena aufgefallen, die von der blassen Schülerin zur „der aus Pisa“ wird. So manche Gefährten stehen ihr auf diesem Weg bei, einige wenden sich von ihr ab, wenige streifen Elenas Leben nur, und doch helfen sie ihr dabei es zu schaffen immer einen Schritt nach dem nächsten zu gehen.

Wie auch beim letzten mal übte die Geschichte einen starken Sog auf mich aus, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Und wieder kann ich nicht genau erklären, woher dieser Sog eigentlich stammt. Vielleicht aus der gefühlt leichten Schreibweise, um die ich Elena Ferrante beneide? Vielleicht aus der Kraft der Figuren, die mich nach dem Lesen noch tagelang verfolgen, weil sie es immer wieder schaffen, nach Höherem zu streben? Vielleicht aus der Nähe, die ich zu Lenú spüre, da ich viele Gemeinsamkeiten zwischen ihr und mir finde, oder mir das vielleicht auch nur wünsche?

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Und es geht ohne Pause weiter. In kurzen Abständen (im Mai und im Oktober) werden in diesem Jahr die Übersetzungen der letzten zwei Bände der neapolitanischen Saga veröffentlicht, die in anderen Sprachen ja schon lange zu haben sind. Das beudetet noch hoffentlich viel Lesespaß und ein, zwei neue Blogartikel 😉 Bis demnächst!

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