(Review) Der alte Mann und das Meer von Ernest Hemingway

1328803Nachdem ich letzte Woche mit großer Begeisterung „Paris – Ein Fest fürs Leben“ von Ernest Hemingway gelesen habe, kam ich diese Woche in der Buchhandlung nicht an einem weiteren Buch von Hemingway vorbei: der alte Mann und das Meer. Es ist das wohl bekannteste Werk von Hemingway, 1952 veröffentlicht, ein Jahr später mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet und 1954 Teil der Begründung des Nobelkomitees zur Verleihung des Nobelpreises für Literatur.

„Er war ein alter Mann und fischte allein in einem Boot im Golfstrom, und seit vierundachtzig Tagen hatte er keinen Fisch gefangen.“ – Seite 15

So beginnt das berühmte Werk.

Obwohl nur 152 Seiten lang, habe ich mir Zeit gelassen, um das Buch zu lesen und mich von der Geschichte einnehmen zu lassen. Das ist dem „alten Mann“ auf jeden Fall gelungen.

An jenem schicksalshaften Morgen beschließt der alte Mann weiter als sonst auf das Meer hinauszufahren, weil er dort auf einen besseren Fang hofft. Das, was schließlich anbeißt, übersteigt allerdings seine Erwartungen: ein riesiger Marlin, wie er später herausfindet.

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Der alte Mann hat einen riesigen Marlin am Haken.

Der Fisch frisst den Köder und schwimmt davon, hängt allerdings am Haken. Der alte Mann hat nun keine andere Wahl als zu warten, bis der Fisch ermüdet, denn er ist zu schwer, um ihn aus dem Wasser zu ziehen.

„Das wird ihn umbringen, dachte der alte Mann. Er kann das nicht ewig tun. Aber vier Stunden später schwamm der Fisch immer noch gleichmäßig aufs Meer hinaus, das Boot im Schlepp, und der alte Mann stemmte sich noch immer mit der Leine um den Rücken dagegen.“ – Seite 56

So beginnt ein Kampf, Mann gegen Fisch, Mensch gegen Natur, der beide Seiten Kräfte kostet und Schmerzen verursacht. Besonders interessant fand ich die Überlegungen des Mannes, wie er mit der Situation umgeht, wie er langsam eine Beziehung zu dem Fisch aufbaut und in Gedanken zu ihm spricht.

„Dann bekam er allmählich Mitleid mit dem großen Fisch, den er am Haken hatte. […] Ich möchte wissen, ob er irgendwelche Pläne hat oder ob er genauso verzweifelt ist wie ich?“ – Seite 60

Dabei verliert der alte Mann niemals den Respekt vor der Natur und bewundert die Schönheit der Schöpfung. Mir hat das Lesen großen Spaß gemacht und vielleicht werde ich mir auch noch ein paar Interpretationen durchlesen, um mich noch weiter mit der Geschichte zu beschäftigen. Ansonsten kann ich „Der alte Mann und das Meer“ nur empfehlen!

Dieses Buch habe ich im März im Rahmen der Aktion “Das Jahr des Taschenbuchs 2016” gekauft und gelesen. Den Artikel dazu findet ihr hier und Informationen zur Aktion hier.

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Beschreibung von Goodreads:

Mit dieser erstmals 1952 veröffentlichten Erzählung erreichte Hemingway einen Gipfel seiner Erzählkunst. 84 Tage war der kubanische Fischer Santiago aufs Meer hinausgefahren, ohne einen Fang zu machen. Immer weiter wagte er sich in den Golf hinein. Als er schließlich einen riesigen Schwertfisch harpuniert, beginnt ein zwei Tage und zwei Nächte währender verzweifelter Kampf mit einem Rudel Haie, die den Fisch anfallen. «Man kann vernichtet werden, aber man darf nicht aufgeben» – das Credo des alten Mannes deckt sich mit dem Hemingways.

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