Inspiration

Hallo meine Lieben! Manchmal komme ich mir beim Schreiben vor, als hätte ich eine gespaltene Persönlichkeit. An manchen Tagen kann ich gar nicht schnell genug schreiben, um alle Ideen festzuhalten, an anderen Tagen dagegen fällt mir überhaupt nichts ein und zum Schreiben kann ich mich erst recht nicht bewegen. Das nennt man dann typischerweise eine Schreibblockade.

Da mich inzwischen mehrere von euch gefragt haben, wie man sich denn Inspirieren lassen kann und wie man am Besten eine Schreibblockade überwindet, werde ich diesem Thema noch ein kleines Kapitelchen widmen.

Ultimativer Tipp: Immer was zu schreiben dabei haben!

Solltet ihr unterwegs sein und ihr seht, hört, lest etwas Unglaubliches/Fantastisches/richtig Gutes, dann müsst ihr immer bereit sein, eure Ideen dazu aufzuschreiben. Heutzutage ist das ja mit Smartphone etc. Relativ einfach, auch wenn ich die Erfahrung gemacht habe, dass ich auf dem Smartphone anders schreibe und mich anders ausdrücke. Aber ich schreibe auch generell nur per Hand, vielleicht liegt’s daran ^^

Ansonsten habe ich euch mal meine Top3 zur Inspiration aufgelistet, vielleicht kennt ihr ja auch noch gute Methoden, wie man neue Ideen erstehen lassen kann, dann schreibt schnell einen Kommentar! Was ist eure Top3 zur Inspiration?

1) Musik

Es gibt so viele unglaublich gute Liedtexte, die euch inspirieren können, oder es ist einfach nur die Stimmung, die ein Lied auslöst und das ihr in eine Geschichte packen wollt. Bei mir gibt es einen Klassiker: Never seen the Light of Day von Mando Diao. Wenn ich mir die Lyrics durchlese, könnte ich schon wieder 10 neue Geschichten anfangen 😉 Achtet mal bewusst auf den Text von Liedern. Die meisten erzählen ja schon eine eigene Geschichte, aber oftmals gibt es noch Zwischentöne oder Anspielungen, die ihr dann ausformulieren könnt.

2) Durch die Gegend laufen

Das machen wohl viele Autoren: Sich von der Realität inspirieren lassen. Beobachtet doch mal Leute, wenn ihr im Zug oder im Bus sitzt. Wie bewegt sich die Person? Hat sie eine besondere Geste, die sie beim Reden macht? Wie sitzt/steht sie da? Wie verhält sie sich, wenn sich eine fremde/bekannte Person neben sie setzt?

Aber nicht nur Personen können Gegenstand eurer Beobachtung sein. Bei mir sind es zum Beispiel seltsame Situationen, die mich zum Nachdenken bringen: Was würde passieren, wenn der Zug gar nicht dort hin fährt wo er soll, sondern uns alle entführt? Was wäre, wenn es noch ein weiteres Stockwerk gibt, wo keine Treppe hinführt und nie ein Aufzug hält? Was wäre, wenn die Pflanzen an dem Haus plötzlich lebendig wären? Ich liebe es, mir solche Sachen auszudenken und ein paar von diesen Ideen landen dann in meinen Geschichten.

Natürlich geht das bei Fantasy besonders gut. Es klappt aber auch bei allen anderen Genres. Ihr müsst nur offen sein für die Gespräche und Geschehnisse um euch herum.

3) Tarot-Karten oder kleine Würfelchen

Diesen Tipp habe ich, glaube ich, schon mal irgendwo angesprochen. Es gibt sogenannte Story-Cubes, die auch extra dafür gemacht sind, sich Geschichten auszudenken. Auf jeder Seite der verschiedenen Würfel sind Motive aufgedruckt, die ihr nach dem Würfeln in einen logischen Zusammenhang bringen solltet. Wenn ihr nun Ideen für eine Geschichte braucht, könnt ihr ja mal würfeln und schauen was raus kommt ^^ hier geht’s direkt zum Original-Hersteller: www.storycubes.com

Oder ihr besorgt euch Tarot-Karten. Für alle, die nicht wissen was das ist: Tarot-Karten sind Spielkarten mit verschiedenen Namen wie zum Beispiel „Der Tod“, „Der Narr“, „Der Magier“ und so weiter. Oftmals werden sie auf den Karten in schönen Bildern dargestellt (allein die regen mich immer zum (Be)Schreiben an). Meistens verwendet man die Karten, um in die Zukunft zu blicken oder so, deshalb gibt es im Internet coole Beschreibungen, was denn die einzelnen Karten bedeuten und aussagen, dort könnt ihr euch auch neue Ideen holen.

Schreibblockade

Wenn ihr nun in einer Schreibblockade seid, gibt es erstmal zwei verschiedene Arten der Blockade. Entweder ihr wisst, was ihr schreiben wollt, könnt euch aber irgendwie nicht dazu durchringen, oder ihr steckt mit eurer Geschichte in einer Sackgasse und wisst nicht, wie es weitergehen soll.

Beginnen wir mal mit dem letzten Fall. Ihr steckt in einer Sackgasse. Ich würde euch erstmal dazu raten, euch zu überlegen, wo ihr mit eurer Geschichte hinwollt. Gibt es ein bestimmtes Ziel, das eure Geschichte erreichen soll? Oder eine Situation, die eintreten muss (zB. eine Person wird umgebracht oder so)? Habt ihr ein solches Ziel gefunden, überlegt euch, wie ihr dorthin gelangen könntet. Muss eure Figur bestimmte Hürden überwinden? Gibt es Gegenspieler, die ihr Steine in den Weg legen? Muss sie bestimmte Zwischenstationen durchlaufen? Hier könnt ihr euch an den oben genannten Tipps orientieren, wenn euch nichts einfällt.

Beispiel: Eure Figur ist auf der Suche nach ihrem richtigen Vater. Sie hat bisher rausgefunden, dass ihr bisheriger Vater sie angelogen hat, und ist dann abgehauen. Nun steckt ihr in einer Sackgasse. Wie soll es weitergehen? 1) Musik. Wie könnte sich eure Figur in der Situation fühlen? Gibt es ein passendes Lied dazu? Fällt euch beim Hören des Liedes eine Lösung für die Sackgasse ein? 2) Tarot-Karten. Zieht eine Karte und die Person, die darauf ist, begegnet nun eurer Figur. Wendet sie die Geschichte zum Besseren oder behindert sie eure Figur? 3) Schaut man in die Kapitel Fünf-Akt-Drama, Heldenreise und Soziogramm/Achetypen rein, dort tauchen Handlungs- und Charakterideen auf, die ihr in eure Geschichte einbauen könnt. Gibt es vielleicht einen guten Freund, der eurer Figur hilft? Oder muss er eine Prüfung bestehen, um das Elixier zum „Sieg“ zu erhalten?

Der erste Fall passiert mir persönlich häufiger: Ihr habt einen Plan, aber keine Motivation. Ich würde ja sagen, dass so ein Zustand ganz normal ist. Es gibt Situationen, da hat man einfach besseres zu tun, und wenn man dann mal Zeit zum Schreiben hat, sitzt man davor und denkt sich „Ist das alles langweilig, was ich schreiben will“ oder „Puh, dauert das noch lange bis ich zum Ende komme“ oder so in der Art. Es gibt nun mehrere Wege damit umzugehen.

1) Überdenkt eure Geschichte. Wenn sie euch beim Schreiben schon keine Lust macht, wie geht es dann erst dem Leser, der die Geschichte lesen soll? Vielleicht solltet ihr die Handlung etwas umbauen, damit mehr Spannung reinkommt.

2) Nicht stressen. Meiner Meinung nach kommt Schreiben nicht aus Stress und Druck, sondern aus Muse und freier Zeit. Wenn man sich zum Schreiben zwingt, verliert man oft die Lust und den Spaß daran und lässt es dann ganz bleiben. Ihr könnt die Geschichte auch erst einmal bei Seite legen, noch einmal drüber nachdenken und dann kommt irgendwann wieder der Moment, an dem ihr Lust darauf habt.

3) Augen zu und durch. Alles schön und gut, wenn man nur für sich schreibt. Wollt ihr allerdings etwas mit euren Geschichten erreichen, sollten sie auch irgendwann einmal fertig werden. Deshalb solltet ihr üben zu schreiben, zu schreiben, zu schreiben, egal ob euch danach ist oder nicht. Wenn ihr keine Lust habt, schreibt trotzdem. Wenn ihr was anderes schreiben wollt, behaltet lieber ein Werk bei. Selbst wenn das Geschriebene danach nicht soo gut ist, könnt ihr es danach immer noch überarbeiten und verbessern. Aber, und das ist das wichtige, ihr lernt routiniert zu schreiben. Und Routine ist das, was euch später in schwierigen Situationen hilft, den Überblick zu behalten und Schreibkrisen locker durchzustehen.

Viele Autoren haben feste Zeiten, zu denen sie schreiben. Ihr könnt so etwas auch ausprobieren, indem ihr zum Beispiel immer vorm Schlafen gehen eine halbe Stunde schreibt. Oder immer Sonntag vormittags. Natürlich ist es schwer, diese Zeiten immer einzuhalten, aber wenn ihr euch dazu bringt, zu schreiben auch wenn ihr eigentlich keine Lust drauf habt, könnt ihr später nur davon profitieren.

Ihr seht also, je nach Typ gibt es verschiedene Wege mit einer Schreibkrise umzugehen. Probiert verschiedene Wege aus, überlegt, was für euch das Beste sein könnte, und gebt mir vielleicht Rückmeldung in den Kommentaren, damit andere auch von euren Erfahrungen profitieren können.

Nun zur angekündigten Überraschung:

Ich habe von euch ganz viele Anfragen bekommen, ob ich nicht mal über eure Geschichten drüber lesen kann. Aber irgendwie wird das jetzt ziemlich viel und damit ich besser den Überblick behalte, findet ihr bei meinen Werken nun auch ein Kritik-Buch. Dort könnt ihr euch anmelden, damit ich mal über ein paar Kapitel eurer Geschichte drüber lese und euch Tipps geben kann, wo ihr was verbessern könntet. Die, die mich hier in den Kommentaren und per PN schon gefragt haben, nehme ich natürlich auch gleich mit auf, keine Angst! Ich freue mich schon auf eure Texte und Kommentare, denn ihr seid auch aufgefordert aktiv mitzumachen 🙂

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