Figuren

Sol Stein beginnt sein Buch mit der Feststellung, dass Schreiben harte Arbeit ist. Ich glaube aber, dass wir, die das hier lesen, gut genug wissen, wie viel Arbeit hinter unseren Geschichten und dem Schreiben steckt, und wie hart Kritiker sein können, wenn sie die eigene Geschichte bewerten.
Deshalb möchte ich das erste Kapitel stattdessen den Figuren und ihren Charakteren widmen. Wie Sol Stein schreibt, kommt die Handlung immer aus den Figuren. Und nur wenn diese ausgefeilt und auf einander abgestimmt sind, können sich in der Geschichte spannende Handlungen und interessante Dialoge entwickeln. Außerdem können dann wiederum in Handlungen Geschichten gezeigt werden, anstatt sie zu beschreiben, aber dazu später mehr.
Generell gibt es wohl zwei Attribute, die Personen als attraktiv beschreiben. Bei den Frauen sind das die Haare, bei den Männern die Stimme. Ein gefährlich und aggressiv aussehender Mann verliert schnell an Eindruck, wenn er mit einer zu hohen oder schiefen Stimme spricht. Gleichfalls kann eine tiefe Stimme auf den Gegenüber anziehend wirken. Ähnlich funktioniert das bei der Frau. Schöne, gepflegte Haare sind anscheinend ein markanter Punkt, um bei einem Mann Aufmerksamkeit zu erlangen. Ein anderes Bild zeigt sich allerdings, wenn die Haare zum Beispiel ganz fehlen. Natürlich kann aber genau dieser Kontrast die Grundlage zu einer Geschichte bilden, die vielleicht einen Mann von einer anderen Schönheit überzeugt.
Wichtig ist einfach, dass man sich diesen Elementen und vor allem ihrer Wirkung bewusst ist, die sie automatisch im Leser erzeugen. Durch den gezielten Einsatz der Beschreibung von Haaren und Stimme kann man so eine Figur recht schnell charakterisieren. Allerdings finde ich, dass das nicht nur mit Haaren und Stimme zu tun hat. Es beschreibt eine weibliche Figur auch, wenn sie zum Beispiel vor allem den Geruch eines Mannes wahrnimmt (@5Skippie6 ? ^^). Oder wenn ein Mann bemerkt, wie besonders sich die Haut einer Frau anfühlt. In einer solchen Beschreibung wird nicht nur die Frau und ihre Haut charakterisiert, sondern auch der Mann, der dies erkennt.
Egal, was man beschreibt, es ist immer wichtig es in einer Handlung zu tun. Die Leser können sich in eine Figur besser hineinfühlen, wenn wir sie etwas tun lassen, anstatt es nur zu beschreiben. Ich versuche mich an einem Beispiel:
Sie sah bezaubernd aus in ihrem Kleid aus weißer Seide, das ihre Sillhouette umfloss.
Einmal, als sie an mir vorbei ging, streifte der Stoff ihres weißen Kleides meinen Arm, leicht und kalt fühlte ich in für einen kurzen Moment auf meiner erhitzten Haut.
Ok, nicht das beste Beispiel, aber ihr versteht was ich meine?
Ein weiteres beliebtes Mittel, um Figuren vorzustellen und zu beschreiben, sind die Augen. Sol Stein betont dabei, dass es vor allem darauf ankommt, was die Augen machen, anstatt nur zu schreiben, ob sie blau oder braun sind. Es charakterisiert eine Figur viel mehr, wenn sie als Reaktion auf ein paar Worte zu Boden schaut, oder die Augen zu Schlitzen verengt, als dass man beschreibt, welche Farbe sie haben. Denn wieder gilt: Eine Figur beschreibt sich am besten durch ihre Handlungen und nicht durch einfache Beschreibungen aus dem Munde des Autors. (Natürlich kann es eine Geschichte auch auszeichnen, wenn sie ausdrücklich die Farbe der Augen nennt und sie ein zentrales Motiv in der Geschichte wird @Azaliyea ^.^ )
So, ich glaube das wars erstmal bis hierher zur Charakterisierung. Ich persönlich glaube, ich übertreibe in meinen Geschichten das mit den Blicken manchmal und achte zu wenig auf die anderen Handlungen einer Figur -.- Was könnt ihr bei euch beobachten? Wendet ihr diese „Tipps“ manchmal an?
Übung: Stellt euch möglichst plastisch eine Figur vor und versucht sie einmal, in ein/zwei Absätzen nur über Handlungen zu beschreiben. Das kann aus der Perspektive einer anderen Person geschehen oder aus der Perspektive der Figur selbst. Also nicht: Er war groß und hatte breite Schultern, sondern… Ihr wisst was ich meine 😉
Erzählt doch mal, wie das geklappt hat?

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